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Dienstag, 23. Januar 2018

Soberania Nationalpark Gamboa und der Einbruch ins Resort


Am zweiten Tag nimmt mich ein Mitbewohner aus dem Guesthouse mit dem Auto mit zum Parkeingang. Wir gehen diesmal in den Park hinein, der Eintritt kostet (Soberania-Nationalpark). An der Parkstation füttern sie Kolibris. 




Es ist ratsam, bei Sonnenaufgang auf den Aussichtsturm zu gehen. Nicht nur wegen der Tukans, die man in der Ferne auf den Baumwipfeln sehen kann, sondern allein schon wegen des wunderbaren Blicks auf den Wald lohnt sich der Aufstieg.






Im Park gibt es ein paar kürzere Waldwege, die sich aber allesamt nahe der Parkstation halten und einen schönen Platz am Wasser, am dem man stundenlang sitzen könnte.


Auch an diesem Vormittag hatte ich noch nicht viel an Vögeln und sonstigen Tieren gesehen, weil man zig Geräusche hört, dann in den Dschungel guckt und nichts sieht. Alles ist so unheimlich dicht bewachsen ist, dass man den Weg fast nirgendwo verlassen kann.

Da ich morgens gefahren wurde, hatte ich nachmittags noch genug (kriminelle) Energie, um mich unbemerkt auf das Grundstück des Gamboa Resorts zu schmuggeln. Das Grundstück ist Natur pur, doch leider ist für Nicht-Gäste der ZUTRITT VERBOTEN, weil das Resort auf dem Grundstück auch seine Touren durchführt. Ich rutsche durch einen abgesperrten Weg hinein und laufe die Strecke, die vor 4 Jahren noch offen war, noch einmal. Es ist einfach paradiesisch...

Reiher, Geier, Leguane!
Jetzt ging es erst richtig los! 

rufescent tiger heron (Tigrisoma lineatum) Juveline, Marmorreiher

rufescent tiger heron (Tigrisoma lineatum), Marmorreiher
Basilisk, Jesus Christus Echse, f

Basilisk, Jesus Christus Echse, m


southern lapwing (Vanellus chilensis), Bronzekiebitz

Jetzt fing es an, unübersichtlich zu werden – da war alle 10 Meter was Neues zu entdecken! 
Wie jeder, der mich etwas besser kennt, sicher weiß - Ich bin nicht mehr geworden vor Aufregung und natürlich am Ende des Tages überglücklich ins Bett gefallen!

2018_01_23 Panama

Montag, 22. Januar 2018

Gamboa oder - mein Paradies

Nach einer 12 ½ – stündigen Flugzeit mit Lufthansa, während der sie einen wahlweise mit Pasta, schlechter als die vom Campingkocher, oder Hühnchen, das genauso aussieht wie die Pasta, nur halt mit Hühnchen, füttern, und nach den 3 letzten Kinofilmen „Planet der Affen“, nach denen man sich nochmal so richtig Gedanken machen kann, wie ängstlich, aggressiv und dumm die Menschheit doch sein kann und wie respektlos sie mit anderen Lebensformen umgeht, freue ich mich nun wirklich wirklich sehr auf den Dschungel.

Der Dschungel – dieser Inbegriff von Leben und Fruchtbarkeit, von Verschiedenheit und Einklang, von Freude in der Stille, von Harmonie und Gleichgewicht, das nur der Mensch fertig bringt, zu zerstören. Dieses Stück heile Welt, dass unermüdlich und stark gegen seine Dezimierung zurückschlägt – Lebensraum für 1000e Lebensformen, von denen jede einzelne schon allein nur Ihrer Schönheit wegen größten Respekt und Rücksichtnahme verdient.

In diesem Dschungel darf ich die nächsten 2 Wochen Gast sein. Werde teilhaben dürfen an dieser Fülle, Pracht und Farbe. Werde ehrfürchtig den Geräuschen von Tieren zuhören, die sich so gut verstecken, dass man sie mitunter nie zu Gesicht bekommt. Werde mich heranpirschen, mich herantasten, werde horchen, riechen und spähen und den Wald und ihre Bewohner versuchen, mit allen Sinnen zu erfassen. 

Gamboa - das ist für mich das Paradies. Ich habe selten einen schöneren (besiedelten) Ort irgendwo auf der Welt gesehen. Gamboa liegt am Panamakanal und ist das Zentrum des Kanalbaus. Hier steht der älteste Kran und alles Equipment, dass man zum Ausbaggern des Kanals benötigt. 


Früher, als der Kanal gebaut wurde, entstand die Siedlung für Kanalarbeiter aber vor allem auch für ihre Chefs. Dort stehen gemütliche Holzhäuser, umgeben von einer weitgehend ungezähmten Natur. Der Dschungel wird nicht ausgesperrt, sondern setzt sich in den Gärten der Dorfbewohner fort. In den Gärten laufen Agutis herum, die Nachbarn legen Bananen aus, um die schillernd bunte Schar der Vögel anzulocken. Die öffentlichen Wiesen werden nur stückweise gemäht, sodass genug Rückzugsgebiete für Tiere erhalten bleiben. 



Es gibt alte Bäume im Dorfpark, die eine Form haben, wie man sie aus romantischen Märchen kennt.


An der gegenüberliegenden Seite des Dorfes zum Kanal trennt eine naturbelassene, teilweise gemähte Wiese und eine dünne Dorfstraße das Dorf vom Wald.


Hier in Gamboa war ich schon mal im Jahre 2014. Damals wohnte ich aber in Panama-City in einem Hostel und nahm jeden Tag den Bus. Erst mal aus der Stadt hinaus bis zum Busbahnhof und dann den Überlandbus nach Gamboa, der mich an der uralten Charges-Kanal-Brücke hinaus ließ. Die Fahrt dauerte jeden Tag 1 ½ Stunden und ich musste leider auch immer früh zurück, da der letzte Bus um 17 Uhr fuhr. Damals hatte ich nur 3 Tage Zeit und ich schwor mir, dass ich diesen Ort unbedingt nochmal ausführlich erkunden wollte.

Nun – diesmal machte ich es wahr. 5 Nächte in Gamboa wohnen, in dem einzigen Guesthouse, das es dort gibt, bei Ivan. 5 Nächte in einem dieser niedlichen Holzhäuser, 5 Tage kein nerviger Motorenlärm, sondern nur Vogelgezwitscher, 5 Tage mit den Vögeln aufstehen, laufen, schauen, staunen.
In Panama-City angekommen nahm ich zusammen mit einem Kolumbianer ein Taxi nach Albrook, wo der Bus nach Gamboa abfährt. Ich fand die Haltestelle fast auf Anhieb wieder und der Bus spukte mich planmäßig um halb 8 Uhr abends vor dem Resort in Gamboa aus, von dem ich den Weg zu dem Guesthouse kannte, das ich 2014 ausfindig gemacht hatte, und laufen konnte.

Gamboa ist nicht nur eines der schönsten Dörfer dieser Erde, dass ich kenne, sondern auch ein Hot-Spot für Vogelbeobachter.

Nachbarn in Gamboa legen Bananen für die Vögel aus.

Es gibt in diesem relativ kleinen Land Panama ungefähr 1000 unterschiedliche Vogelarten! Natürlich ist die Region unter Birdwatchern sehr beliebt und auch ich werde hier mein Glück als Birdwatcher versuchen.


Birdwatcher zu sein, das heißt, dass man möglichst schon im Wald ist, wenn die Vögel aufstehen. Nach Vor-Ort-Recherche kann ich sagen, dass die meisten Vögel um genau 06:17 aufstehen. Man steht also vor 5 Uhr auf um um 6 Uhr auf der berühmten Pipeline-Road zu sein. Die Pipeline-Road ist ein teilweise befahrbarer Feldweg, der 23 km quer durch den Wald führt und der DIE Adresse für Vogelbeobachter ist. Von Gamboa aus kann man dort hin laufen, jedoch läuft man bis zum Eingang der Pipeline-Road schon allein 45 Minuten.

Dies war also das Programm. Morgens läuft man um 5 Uhr los zur Pipeline-Road, bleibt dort, bis es zu warm wird, und ist dann um ca. halb 12 wieder zurück, wobei man dann gute 15 km gelaufen ist, was in dieser Hitze vor allem auf dem Rückweg gewöhnungsbedürftig ist.

Am ersten Tag habe ich noch kein Glück mit Fotos von Vögeln. Man sieht viele, aber sie sind so flink, dass man sie nicht vor die Linse bekommt. Es erfordert Zeit und Erfahrung, weil man andauernd irgendwo im Busch ein Geräusch ausmacht, aber nichts sieht. Deswegen muss man erstmal lernen, wer hier welche Geräusche macht und in welcher Höhe des Gebüsches man was erwarten kann.

Manche Vögel haben auch bestimmte Zeiten, in denen sie zu sehen sind. Deswegen möchten die erfahrenen Birdwatcher auch um Punkt 06:00 Uhr im Wald sein, weil es Vogelsorten gibt, die nur ganz kurz nach dem Aufstehen aus dem Gebüsch kommen, z. B. von 06:00 – 06:15 Uhr.

Soweit so gut. Ich konzentriere mich dann erst mal auf größere Tiere, die besser still halten und nicht so schnell weg sind, wie dieses Wasserschwein hier:






Montag, 14. März 2016

Bagan: Tempel und das Schönheitsideal der Burmesen

Heute bin ich in Bagan, dass mir wesentlich besser gefällt als Mandalay. Bagan hat Dorfcharakter, die Nebenstrassen sind Sandwege, ungeteert, man hört die Vögel singen und es gibt etwas Grün.



Oha, ein Neem-Baum. Schöner als jeder von Menschenhand gebauter Tempel und dazu auch noch nützlich - in den ayurvedischen Schriften wird der Neem-Baum "arishtha" genannt, was soviel heißt wie "der Heiler der Gebrechen".

Nach meinen Fahrraderlebnis in Mandalay und weil es am Tage immer noch kochend heiß ist, entscheide ich mich, für Bagan eine Elektro-Vespa auszuleihen, um so zu den Tempeln zu kommen. Im Grunde bin ich überhaupt kein Fan von Motorrädern, weil sie meist unbequem und furchtbar laut sind. In diese Elektro-Vespa verliebe ich mich dagegen sofort - man kommt mit ihr durch alle Sandwege, sie fährt weich an und ist sooo schön leise! Eigentlich brauche ich jetzt keine Tempel mehr - ich will einfach nur noch rumfahren und den kochend heißen Fahrtwind des Wüstenklimas hier genießen.



Der Grund, warum viele Menschen in die Tempel gehen ist mitunter, dass die Tempel dicke Mauern haben und innen wunderbar kühl sind. Meist gibt es einen Rundgang im Tempel, der 4 Hallen verbindet, in denen die 4 Hauptbuddhas stehen, die bis zu 8 Meter hoch sind und die 4 Himmelsrichtungen anzeigen. Daneben gibt es noch unzählige kleinere Buddhas, die überall in den Gängen in den Wänden eingelassen sind. Dabei ist es meist so, dass diese alle unterschiedliche Gesichter haben und eine unterschiedliche Handhaltung vorweisen. Vor allem aber die 4 Hauptbuddhas sind immer unterschiedlich.

Erste Halle und Haupteingang
Erster Buddha.
Kleine Buddhalogie: Die Handhaltung des Buddhas wird als mudra bezeichnet. Dies hier ist das Abhaya-mudra. Er hält die Hand gerade nach vorn mit ausgestreckten Fingern - die Geste der Furchtlosigkeit und Ermutigung.

2. Buddha.
Dharmachakra-mudra: Wenn der Buddha Zeigefinger und Daumen zu einem Rad formt und alle weiteren Finger von sich streckt. Damit dreht er das Rad an und dies erinnert an die erste Predigt von Sarnath, in welcher er die vier edlen Wahrheiten darlegt.

3. Buddha.

Die linke Hand hält er zum Kanara-Mudra, der Geste zur Abwehr von Dämonen.
karana-mudra

Das Karana Mudra wehrt symbolisch Dämonen ab und soll Negatives in Schach halten.

...und Nr. 4 (Dharmachakra-mudra)
Außer diesen Gesten der großen, stehenden Figuren zeigen die sitzenden Buddhas oft das Bumisparsha mudra. Der sitzende Buddha berührt mit den Fingerspitzen die Erde um sie als Zeugin für die Wahrheit seiner Worte anzurufen.



Die Landschaft draußen ist wie gesagt sehr heiß und trocken. Die Gegend ist flach, sehr trocken und staubig. Tattadesa - "verdorrtes Land" wurde das Gebiet in alter Zeit genannt. Schuld soll der 3000m hohe Berg Rakhine im Westen des Landes sein, der die Regenwolken des Monsuns abhält. (Quelle: Loose, Myanmar-Reiseführer).

Typische Landschaft in Bagan. 

Man fährt den ganzen Tag von Tempel zu Tempel. Auf der Ebene von Bagan gibt es auch viele sehr alte Tempel, die man nur von außen besteigen, aber nicht hinein gehen kann. In den meisten aber - und seien sie noch so klein  - befindet sich mindestens ein liebevoll restaurierter Buddha, der zufrieden in seiner Höhle sitzt und meditiert.



Natürlich gibt es auf eine Hitliste der besten Tempel.
1. Shwezigon Pagode


2. Ananda



3. Dhammaayangyi


4. Thatbyinnyu


5. Bupaya Pagode



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Kontrastprogramm: Trotzdem die Burmesen sich lieber Thanaka-Paste ist Gesicht schmieren, scheint ihr Schönheitsideal ähnlich dessen aller Asiaten zu sein - nämlich: Grell weiße Haut zu möglichst schwarzen, glänzenden Haaren.

Kosmetikwerbung in Bagan
2017_03_13-16_Bagan_public

Sonntag, 13. März 2016

Bootsfahrt von Mandalay nach Bagan

Am 5. Tag meiner wunderbaren Reise bin ich mit dem Boot von Mandalay nach Bagan gefahren. Dies dauert 8 Stunden. Unterwegs kann man die von Pagoden übersähte Landschaft gut sehen und auch ein wenig, was die Leute so am Fluß machen. Viele besitzen einen kleineren Holzhandel oder trocknen Bastmatten am Ufer. Es gibt auch einige, die ein paar Kühe halten und ein bißchen Ackerbau betreiben.

Die Fahrt an sich war eine typische touristische Attraktion. Das Boot bietet bequeme Korbstühle und Sonnendeck und natürlich fährt kein einziger Einheimischer mit diesem Boot.

Ausser ein paar netten Gesprächen mit ein paar Reisebekanntschaften an Bord gibt es deshalb auch nicht allzu viel zu berichten. Man lehnt sich zurück und genießt die Fahrt, samt Essen und ausgiebigen Fotomöglichkeiten...


2016_03_13 Bootsfahrt Mandalay-Bagan

Samstag, 12. März 2016

Mandalay

Als ich in Mandalay ankam, habe ich mich gefragt, wie man hier atmen soll. Und was. Wie und was, beides.

Es ist 40 – 45°C heiß und so staubig, dass die ganze Luft diesig ist und man trotz greller Sonneneinstrahlung nirgendwo klare Sicht hat.

Diesig, heiß, sehr staubig und grelles Sonnenlicht - nicht die besten Voraussetzungen für gute Fotos...
Das ganze Land ist staubtrocken. Ich bin mir nicht sicher, ob dies immer so ist, oder in diesem Jahr besonders schlimm, wegen El Nino.

Mein Hotel ist ein bißchen ausserhalb gelegen - ein Glück – hier ist die Luft nicht ganz so verstaubt.

Super, das Hotel bietet Fahrräder umsonst an, um in die Stadt zu kommen! Das mache ich! Am ersten Abend fahre ich also mit dem Fahrrad in die Stadt zum Abendessen.

Sobald die quälende Sonne weg ist, versuchen die Leute auf der Promenade entlang der Mauern des Königspalasts ein wenig Sport zu treiben, bei immer noch 35-40 Grad, denn es kühlt abends kaum ab. Der Königspalast ist das Herzstück der Stadt. Die Festungsmauer ist quadratisch gebaut und auf jeder Seite exakt 2 km lang.

Mauer um den Königspalast
Da einem bei der staubtrockenen Luft im Nu die Haut austrocknet, tragen die Leute hier ein spezielle Paste im Gesicht, die Thanaka heißt. Thanaka ist eine selbstgemachte Paste aus Baumrinde (Thanaka-Baum), kühlt und schützt gegen Austrocknung und Sonne. Die Paste ist auf der Haut sichtbar, sie trocknet kurz nach dem Auftragen an und bleibt weiß-gelblich. Natürlich kaufe auch ich dieses tolle Thanaka und es kommt bei den Leuten sehr gut an, dass eine Ausländerin Vertrauen in die heimische Kosmetik beweist.

Die Kinder haben Thanaka-Paste im Gesicht. Ich hatte eigentlich auch welche, hatte die aber zu dünn aufgetragen und deswegen ist sie hier nicht mehr zu sehen.
Außer dem Königspalast gibt es in der ganzen Stadt keine Orientierungspunkte. Ich war schon in vielen asiatischen Städten, aber hier sieht für mich jede Strasse gleich aus.
Ich muss also alle 100 Meter in einem Wahnsinns-Verkehr anhalten und auf meine Karte schauen, wie es weiter geht. Der Staub ist so dicht, dass man die Schilder auf der anderen Straßenseite nicht erkennen kann und so muss ich oft über die Strasse kreuzen, um die Schilder lesen zu können, die glücklicherweise auch mit lateinischen Schriftzeichen versehen sind.  

Endlich finde ich ein gemütliches Plätzchen zum Essen. Der Saal ist zwar voll von Expatriates, aber das ist mir nach den Strapazen auf dem Fahrrad jetzt auch erstmal egal.
Hier wird mir ein 10!-Gänge-Menü angeboten. Na dann mal los, ich brauche einige Minuten, um mich durch die unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten zu fragen, aber dann steht die Bestellung: Gemüsesuppe mit Roselle-Blättern und Rettich, Tomatensalat, Auberginen, Wasserspinat mit Pilzen, Hühnercurry, Reis, Tofukräcker, eine große Kanne grünen Tee, eine Backbanane mit Honig und Obst. Alles zusammen für 6,60 Euro, wobei ich wahrscheinlich sogar in das teuerste Restaurant am Platz eingekehrt bin.

Zufrieden schlürfe ich meine Roselle-Blätter-Suppe, die sehr gut ist. Roselle-Blätter gibts nur hier, das sei eine burmesische Spezialität,ein einheimisches Heilkraut, erklärt der Ober. http://chumkieskitchen.blogspot.de/2015/05/burmese-roselle-leaves-with-bamboo.html

Auf dem Heimweg ist es nun stockdunkel und die Karte, die ich mitführe, ist nicht sehr genau und so kommt es dazu, dass ich den falschen Weg einschlage, weil das Restaurant, in dem ich gegessen hatte, gar nicht da ist, wo ich aus der Karte entnehme, dass es ist. Kurzum – ich verfahre mich und strande in einer Wohngegend.
Als ich jemanden nach dem Weg frage, stürzen sämtliche Anwohner aus ihren Häusern und wollen helfen. Niemand kann gut englisch sprechen und so wird ein Sohn eines Nachbarn gerufen, der, nach einem Blick auf meine Karte, feststellt, dass der Weg zu kompliziert zu beschreiben sei und er mich besser zu meinem Hotel begleite, auf seinem Moped.
Ich fahre also seinem Moped hinterher und komme wohlbehalten an mein Hotel zurück.

Was mir in Myanmar am allerbesten gefallen hat, sind mit Abstand die Leute. Die Leute sind freundlich, sehr zurückhaltend und leise und ehrlich und aufrichtig in einer Dimension, die es in der westlichen Welt schon lange nicht mehr gibt (oder nie gegeben hat).

Zurück im Hotel mache ich die Klimaanlage an, um atmen zu können, erkälte mich über Nacht und bin dann leider am nächsten Tag krank. Das 2. 10-Gänge-Menü im Hotel vertrage ich gar nicht und bin danach erst richtig krank. Das 10-Gänge-Menü, diesmal ohne die misteriöse Rosella-Heilsuppe, meldet sich am nächsten morgen mit einem kräftigen Schwall zurück an die Oberfläche.

Da ich gerade das Buch "Darm mit Charme" fertig gelesen habe, (was ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte, ein Super-Buch!) bin ich ganz fasziniert. In dem Buch wird beschrieben, welche Mechanismen im Körper ablaufen, wenn man sich übergeben muss und wie erstaunlich effektiv die vergiftete Nahrung wieder rausgeschleudert wird, wobei das größtmögliste Maß an Hygiene berücksichtigt wird.
Wie dem auch sei – ich schlafe vom Morgen bis zum späten Nachmittag durch und muß weitere 2 Tage das Hotelzimmer hüten.


Am 4. Tag kann ich wieder raus. Ich miete mir einen Fahrer – vom Fahrradfahren bei 45 Grad plus Staublunge bin ich abgekommen. Wir absolvieren das typische Programm: Markt, Königspalast, 4 unterschiedliche Tempel und den Mandalay Hill. 

In der Markthalle



Der Mandalay Hill ist auch ein Tempel, steht aber auf einem Berg. Das letzte Stück hinauf zum Tempel ist so steil, dass dort eine Rolltreppe gebaut wurde, mit der alle Besucher fahren sollen.
Einige Burmesinnen machen eine lustige Figur, als sie vor der Rolltreppe straucheln. Dort gibt es nicht nur ein Problem: 1. Man muss barfuß auf die Rolltreppe steigen, da die meisten Besucher die Gebühr für das Abstellen der Schuhe vor dem Tempel sparen wollen. 2. Die Burmesen sind es nicht gewohnt, Rolltreppe zu fahren, und schon gar nicht, wenn sie sich nirgens festhalten können, denn – 3. sie haben alle ihre Kinder auf dem Arm!


Kurzum – es bildete sich ein Rückstau, die Kinder weinten vor Angst vor der Rolltreppe und die Mütter machten einen Schritt auf die Rolltreppe, sprangen aber in letzter Sekunde zurück, da sie der Mut verließ. Diese Leute wurden dann aus der Menge gefischt und durften ausnahmsweise den Fahrstuhl benutzen, der normalerweise nur für Runter vorgesehen ist.

 
2016_03_02-08 Mandalay