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Donnerstag, 21. März 2013

Botanik, Weltwandertag, Regen

Tag 3
Heute ist Weltwandertag! Wen interessierts? 
Naja, mich normalerweise auch nicht, aber bei einigen Touristenattraktionen ist heute wegen des Weltwandertages der Eintritt frei. 

Ich entscheide mich für den botanischen Garten.
Hier könnte man Stunden verbringen! 

Am besten gefallen mir die fettblättrigen Arten....



Ich photographiere gerade mit meiner tollen neuen Nahlinse, da ist der botanische Garten auf einmal leer. Vor lauter Begeisterung über den Macadamia-Nussbaum und die darunter 'rum wieselnden Gärtner hatte ich gar nicht bemerkt, dass es angefangen hatte, zu regnen. 
Als ich dann bester Laune in meiner wasserdichten Outdoorjacke zur Bushaltestelle schlendere, finde ich dort ein ganzes Pulk von Touristen vor, dass sich unter dem kleinen Wartehäuschendach zusammendrängt wie eine Schafherde bei Minusgraden. Ich dagegen stelle mich entspannt abseits in den Regen – immer schön antizyklisch bleiben.

Mittwoch, 20. März 2013

Funchal und Monte

Die Madeirer sind nicht nur gut ausgebildet, sondern besitzen auch ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz. 
Der Busfahrer zum Beispiel bleibt noch beim 100sten Touristen, der immer die gleiche Frage stellt, aufrichtig freundlich und hilfsbereit. Außerdem wartet er, bis alle im Bus sich hingesetzt haben und fährt dann erst los. Im Bus wird viel geschwätzt und gelacht, die Aussicht auf die Küste und die Steilhänge ist herrlich, und ach! - diese Sonne!

Ich fahre heute mit der Seilbahn von Funchal aus auf den Berg nach Monte, wo ich mich über die endemische Flora der Insel erkundigen will.

Unterwegs raschelt und kreucht es überall im Unterholz – das ist der Gartenlizzard, die einzige Art, die es vom Festland auf die Insel geschafft hat. Ansonsten gibt es unter den Reptilien/Amphibien nur Frösche, die die Wahl zwischen unzähligen Wasserauffangbecken, die bei den meisten Bewohnern zum Garten gehören, haben.
Überhaupt gibt es wenige Tiere zu bestaunen. Es singen zwar ein paar Vögel, aber die Artenvielfalt ist sehr gering. Auch die Spatzen fehlen.


Die Hunde in Madeira sehen meist ziemlich lustig aus. Kleine gedrungene Gesellen mit lustig abstehenden Ohren oder Haarbüscheln, meist mit einem Lächeln auf den Lippen und selten schlecht gelaunt.


Zu den Attraktionen in Monte gehört die Seilbahn, die botanischen Gärten und die Korbschlitten, die nach uralter Tradition von Männern in blauen Hemden und hellem Hut betrieben werden. 

Die Schlitten haben 2 Sitze und Rollen. Wenn zwei meist leibesfüllige Touristen einsteigen, rennt der Korbschlittenfahrer die steil abfallende Straße neben dem Schlitten her und versucht durch spezielle Bremsbelege an seinen Schuhen den Schlitten halbwegs unter Kontrolle zu halten. Was passiert, wenn er unverhofft in die Eisen gehen muss, habe ich nicht beobachtet. Allerdings wird diese Tradition auch nur auf ruhigen Straßen ausgeübt.  


Für den Rest des Tages nehme ich mir einen Teil von Funchal vor. Die Stadt hat einiges zu bieten. Mal abgesehen von den wunderschönen Jakaranda-Bäumen, die teilweise schon aufgeblüht sind (Jakaranda gibt’s hier in orange und lila) gibt es auch eine Reihe von schönen historischen Gebäuden, den Hafen, die Stadtgärten, eine Markthalle und natürlich eine lange Einkaufsmeile.




In der Markthalle gibt es seltsame Kreaturen. Hier haben die schlauen Madeirer allen Ernstes eine Kreuzung zwischen Ananas und Banane gezüchtet.


Das Erstaunliche ist, dass diese Frucht wirklich zu 50% nach Banane und zu 50% nach Ananas schmeckt. Außer der Ananas-Banane gibt es noch andere Züchtungen, wie die Ananas-Madura und die Maracuja-Banane. Es gibt auch frische Avocados in einer Größe, die ich vorher noch nie gesehen habe.




Dienstag, 19. März 2013

Madeira - Anreise: Mein Aufbruch in einen Pauschalurlaub

Tag 1

Seit 2 Jahren wohne ich jetzt schon in Berlin. Seit März 2012 mit festem Wohnsitz. Da ich nun sesshaft geworden bin, entwickle ich mich langsam aber sicher zum Spießer – das ist meine zweite Pauschalreise, die ich buche (nach Mallorca!).
Last-Minute-Suchmaschinen - manchmal sind sie ganz brauchbar.
Über 3 Wochen hatte ich dieses Mal die Preise beobachtet, kannte schon alle Hotelnamen mitsamt Lage und Ausstattung auswendig. Diesmal wollte ich nur WARM, siehe deutsches Winterwetter, uns allem schmerzhaft gegenwärtig. 
Aber so einfach war es nun auch wieder nicht. 
Warm, aber kein Touristenghetto, bitte mit Busanschluss und nicht weit von einer Stadt mit normalen Menschen. Biodiversität, wahlweise über oder unter Wasser, aber wenn unter Wasser, dann schnorcheltaugliche Wassertemperaturen.
Die Pauschalreisepreise vor Ostern schießen jeden Tag weiter in die Höhe. 
2 Tage vor Abreise wird dann plötzlich einer krank. 
7 Tage Madeira, Canico de Baixo - ich schlage zu.

Madeira! 
Die Blumeninsel, die Wanderinsel – und das Beste: Es gibt Wale! 
Obwohl - Blumeninsel, Wanderinsel – hört sich auf den ersten Blick nach Rentnerurlaub an...

Der Altersdurchschnitt im Flieger liegt dann auch bei ca. 65, von 2 jungen Müttern mit Säuglingen, einem jungen verliebten Pärchen und mir massiv nach unten gedrückt.
Ich frage mich, warum in den Osterferien die Preise für Madeira durch die Decke gehen – hier musste doch fast keiner Urlaub nehmen! 

Als wir landen, klatschen alle...

Am Kofferband draußen arbeitet ein auffallend gut aussehender Madeirer. Seine Kollegen sind auch sehr sympatisch. Aber er ist der Chef, hat die Liste in der Hand...Macht macht sexy. 
Ich wünsche mir, am Kofferband würden fünf gleich aussehende, grauhaarige Rentner arbeiten, dafür aber wäre der Flieger voll von jungen Kofferbandarbeitern.

Im Bus neben mir sitzt ein älterer Gentleman. Laut Eigenaussage ist er zum 13. Mal auf Madeira und kennt sich aus. Als ich ihn frage, was er so empfehlen kann, sagt er, ich solle die geführten Wanderungen vom TUI-Schalter buchen, die wüssten, wo alles liege. 
Wo die Eukalyptus- und Lorbeerwälder sind, will ich wissen. 
Er meint, da müsse ich die Lorbeerwald-Wanderung buchen, aber wo genau die Wälder liegen, wisse er nicht. Dann macht er sich in herablassendem Ton über meine Schuhe lustig, die ja gar keine Wanderschuhe seien. Wie war das nochmal mit dem Gentleman? „Alt“ ist nicht immer gleich zu setzten mit „weise“.

Am gleichen Tag unternehme ich eine Wanderung zur Kirche des Dorfes. Canico Baixo liegt an der Küste, das Hotel direkt am Meer. Zum Hauptort läuft man eine Stunde und hat einen Anstieg zu überwinden, der trainierte Schenkel erfordert.
In meinem Dorf gibt es eine Straße, die für mich immer als die steilste Straße der Welt galt. Hier auf Madeira wird mein Horizont dahingehend erweitert – noch nie habe ich eine Landschaft gesehen, die so bergig ist, aber trotzdem so genial von ihren Bewohnern genutzt wird.




Alles findet auf verschiedenen Etagen statt. Das Land fällt so stark ab und schießt so steil in die Höhe, dass man seine Wahrnehmung umstellen muss. Wo der normale Deutsche nach rechts und links guckt, um den Verkehr zu überprüfen und dann vielleicht noch nach unten, um Trittfehler zu vermeiden, solltest Du hier lernen, auch nach oben zu gucken – und zwar in verschiedene Höhen, denn das Meiste ist viele Etagen über Dir an eine der Felswände geklatscht.


Eine architektonische Meisterleistung, was die Einwohner sich hier haben einfallen lassen. Das Straßensystem aus Tunneln und Brücken, die gute Infrastruktur mittels Bussen und allem voran das unglaublich gut durchdachte Bewässerungssystem der Insel lassen auf äußerst intelligente Einwohner schließen.

Als ich an der Kirche ankomme, habe ich schätzungsweise 500 Höhenmeter hinter mir und meine Beinen fühlen sich an wie in Milch getunkte Brötchen.

Helligkeit, Sonne, milde Luft, weiches Wasser, Meer, Blütenmeere, Gemüsebeete, Fruchtbäume aller Sorten, Kakteen, Sukkulenten...das alles ist ein Luxus, den ich dankbar zu schätzen weiß, nach einem der dunkelsten Winter der deutschen Wetteraufzeichnung. 

Außerdem soll es hier noch sagenhaften frischen Fisch und generell total gesunde Mahlzeiten mit viel selbst geerntetem Gemüse geben (ich freue mich schon aufs Abendessen). Madeira ist das Paradies!

Besonders begeistert mich das Klima! Das ganze Jahr ändert sich nicht viel. Im Sommer ist es etwas heißer, aber im Winter wird es nie richtig kalt. Auch der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist nicht besonders groß. Regnet es, heißt das nicht, dass es automatisch viel kälter wird.

Als ich meine fahle, schuppige Winterhaut, die mich im Moment an den Kalk-Nagestein meines früheren Meerschweinchens erinnert und die dünn herabhängenden, ausgetrockneten Haare das erste Mal dem Madeirawasser aussetzte, erfahre ich eine wunderbare Wandlung. Das Haar plustert sich sofort pudelmäßig auf. Auch die Haut atmet auf – das Klima ist feucht-warm, tropisch, geradezu dschungelmäßig!!! 
Begeisterung an allen Fronten.

Abends probiere ich eine der Spezialitäten des Landes – den Degenfisch
Der Degenfisch ist ein Fisch der Finsternis, hat Augen so groß wie der Durchmesser einer Herrenuhr und wird in 1500 m Tiefe gefangen.
Es gibt viele Rezepte mit Degenfisch, aber am bekanntesten ist er gebraten in einer leichten Panade, garniert mit gebackenen Honig-Bananen. Da ich das an diesem Abend noch nicht weiß, nehme ich Degenfisch mit Krabbensoße. Hätte ich an diesem Tag aber schon herausgefunden, dass der Degenfisch mit Banane noch viel viel besser schmeckt, hätte ich von Anfang an jeden Tag nur Bananen-Degenfisch gegessen.


Donnerstag, 3. Mai 2012

Malle muss auch mal sein!

Jetzt war ich in der ganzen Welt unterwegs... 
Indonesien, Thailand, Hong Kong, Macao, Kambodscha, Vietnam, Laos, Malaysia, Singapur, Tansania, Botwana, Sambia, Süd-Afrika, Katar, Vereinigte Emirate, Oman, Bahrain. 

Aber noch nie auf Mallorca.

Hmm.

Na gut, dann fahr ich da halt mal hin...

Was mir wichtig war - Natur in der Nähe, Fahrrad fahren und vielleicht ein nicht zu künstlicher, touristischer Ort. So kam ich auf "Parc Naturel d'Albufera" und das in der Nähe gelegene Örtchen Alcudia. 

Tag 1 
Heute: Große Fahrradtour nach Kap de Formentor. 



Was ist das schön, mit einem Leihfahrrad, an dem andauernd die Gänge heraus springen, Serpentinen um Serpentinen hoch zu zuckeln. 



Aber die Landschaft, schon allein das Stück von Alcudia bis zum Anfang der Kap-Strasse ist einfach traumhaft - und vor allem eben - noch...

Aber dann kommt auch schon der Berg. 




Tolle Aussichten - die beschwerliche Bergauffahrt mit dem Leihfahrrad hat sich gelohnt. 
2. Tag, Parc Naturel d'Albufera
Nachdem ich gestern am Kap irrtümlich einen Berg runter gefahren bin in der Annahme, da käme man wieder zurück ins Tal, bin ich heute ein wenig gerädert. 

Man kam natürlich auf der Strasse zurück ins Tal - klar. 
Aber was ich nicht wusste - nach ca. 15 Minuten wilder Abfahrt, einer netten Strandbesichtigung und einem Schokoladeneis stellte sich heraus, dass man von diesem Ort aus nicht zurück ins Tal kommt, sondern den ganzen Weg hoch zum Kap wieder zurück muss - der kleine Strand war eine Sackgasse! 
Also quälte ich mich wieder mit meinem Leihfahrrad die Serpentinen hoch, diesmal schon wesentlich schwächer, als am Vormittag. 
Irgendwann war ich wieder oben, ließ mich dann entkräftet auf der anderen Seite des Berges ins Tal rollen und schaffte es irgendwie zurück zu meinem Hotel. 
Dort aß ich den Großteil des Abendbuffets alleine auf und schleppte mich dann mit letzter Kraft ins Bett. 

Am nächsten Tag fuhr ich deshalb nicht so weit, nur in den nahe gelegenen Parc d'Albufera, ein Naturschutzgebiet, und machte dort langsam.





Tage 3-5
Ich muss sagen, dass mir Mallorca gut gefällt. Vor allem zum Fahrrad fahren ist es bestens geeignet. Die Umgebung ist vielfältig und es gibt einiges zu sehen. 













Samstag, 19. März 2011

Heimaturlaub

Nach solch großen Reisen rund um die halbe Welt - warum nicht mal die Heimat mit Touristenaugen sehen?

Di aus H heißt nicht ohne Grund Di aus H, denn das H bedeutet Herfa. Herfa ist ein kleines Dorf an der ehemaligen Zonengrenze und wenn man auf Google-maps guckt, sieht man erstmal nur Wald. 



Als man früher dort wohnte, war Wald nichts besonderes. Jetzt, wo man in der Stadt wohnt, ist Wald etwas sehr sehr seltenes und man glaubt gar nicht, was man im Wald so alles sehen kann... 




Nimmt man zum Beispiel mal seine Unterwasserkamera mit und sieht sich so einen Waldtümpel im Frühjahr näher an, stößt man auch interessante Kreaturen:

Libellenlarve - Die jagt unter Wasser, pirscht sich an und springt auf ihre Beute - vergleichbar mit der Jagdtaktik einer Katze. 



Oder wie wär's mal mit einer Kameratour mit Makrolinse?