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Freitag, 18. Juni 2010

12.06. - 18.06.2010: Mit der Pelni-Fähre von Bali nach Manado

Heute breche ich auf zu einem neuen Abenteuer.
3 Wochen Sulawesi, Anreise mit dem Schiff, Dauer: 6 Tage.

Zuversichtlich kaufe ich mein Ticket. Die Verkäuferin zeigt mir das Foto des Schiffes – deutsches Fabrikat, da könne nicht viel passieren. Sie verspricht eine Matratze und Badezimmer. Ich buche economy, denn 2. und 1. Klasse ist um das 3- bzw. 5-fache teurer.

Ich breche alleine auf, denn K. will noch 2 Tage in Bali bleiben und arbeiten. Das Schiff soll um 9 Uhr ablegen ... um 10 Uhr ist aber auch noch früh genug.

Kein Problem, denke ich, in der Zeit kann ich in Ruhe meine schöne Liege suchen. Laut Eintrag auf dem Ticket – 3. Etage, Platz 91. Als ich an der Information im Schiff vorbeikomme, wollen die mir als erstes ein 1.-Klasse-Ticket verkaufen. Das gibt mir zu denken, ich sage aber, ich wolle mir erstmal meinen Platz anschauen und dann entscheiden.

Als ich die Economy-Schlafräume betrete, bin ich zugegeben etwas geschockt. Ich hatte mehr normale Familien mit Kindern erwartet, stattdessen finde ich ca. 75% Junggesellen vor, die mir lauthals entgegen krakeelen und versuchen, mich neben ihnen einzuquartieren. 

Platzreservierungen gibt gar es nicht. Da haben sie nur irgendwas drauf gedruckt, um einen seriösen Eindruck zu vermitteln, erklärt mir ein Crew-Mitglied. 

Also liegt man irgendwo. 
Apropos liegen – die Liegen sind praktisch eine breite Liege am Stück. Ohne jegliche Abgrenzungen...

Ich versuche, in dem Gewimmel alleinreisende Frauen auszumachen, jedoch ohne Erfolg. So entscheide ich mich gegen die Junggesellen und für das offene Deck und wandere nach draußen, um dort eine freie Bank zu suchen.

Als nächstes gerate ich ins Visier eines Crew-Mitgliedes. Man kennt das ja, in einigen Ländern gibt es zweierlei Personal: Die einen meinen es wirklich gut, die anderen wittern ihre Chance, etwas für sich selbst raus zu holen.
So will mir einer einreden, das Boot wäre brandgefährlich und ich könne nur ihm vertrauen, ich solle meine Tasche und alles getrost bei ihm lassen und mich am besten neben ihm auf einen Stuhl setzen und nicht weitergehen. Ein Anderer will immer noch das 1.-Klasse-Ticket loswerden. Da heißt es mal wieder: Ruhe bewahren und weiter suchen.

Ich setze zu einer weiteren Runde durch das Economy-Deck an, auf der Suche nach einer Matratze, die ich mit nach draußen nehmen kann. Auf dem Weg treffe ich ein Crew-Mitglied, das es gut meint, aber leider spricht er kein Englisch. Der Steward bringt mich in den Abschnitt mit den Crew-Kabinen. In einem Zimmer ist ein Bett frei. Zusammen mit 3 anderen Mitarbeitern. Das ist schon besser, aber ich frage trotzdem, ob es auch weibliche Crew-Mitglieder gibt, dann könnte ich doch bei denen fragen...Gibt es nicht. 

Aber man führt mich woanders hin. Auf einmal wird es bedeutend frischer - Klimaanlage! -  und wir biegen um eine Ecke, die Kabine des Kapitäns gerät in mein Blickfeld. Man zeigt mir einen sauberen, kühlen Raum mit Bad. Sogleich kommt der Bewohner des Zimmers um die Ecke – der erste Ingenieur. Auf den ersten Blick vertrauenswürdig. Gut, ich checke also ein.

Wider meiner anfänglichen Befürchtungen benimmt sich mein Zimmernachbar einwandfrei. Wenn ich morgens um 8 Uhr aufwache, hat er schon 4 Stunden im Maschinenraum verbracht und mir danach mein Frühstück heran geholt. Es gibt für mich Essen aus der ersten Klasse, für 3.Klasse-Passagiere gibt es nur ein winziges Stückchen Huhn und trockenen Reis, das man sich gegen das Vorzeigen seines Tickets holen kann. Das Bad ist wunderbar sauber, es gibt einen Fernseher und ich bin immer auf dem neusten Stand, was Ankunftszeiten, Ereignisse auf dem Schiff und Maschinenleistung betrifft.

Auch klärte sich die Geschichte auf, die sich kurz nach dem Ablegen in Bali zutrug: 
Und das kam so: Gerade erst aus Bali's Hafen ausgelaufen, ging das Schiff auf einmal voll in die Eisen und machte eine unübliche Kehrtwende. Was war passiert? Was im Hafen vergessen? Noch ein berühmter Gast, der mit will? 
Nee, das alles nicht, sondern...Mann über Bord! Ja natürlich, was sonst? Ihr glaubt es nicht? Dann kennt ihr den Indonesier schlecht, dem Kletter-und-Klammeräffchen nicht unähnlich. Sie kommen zu Hunderten an Bord und haben nochmal hundert Pappkartons dabei, die genauso viel wie sie selber wiegen und alle irgendwo verstaut werden müssen. Damit klettern sie über jegliche Absperrungen, auf der Suche nach einem freien Plätzchen und Minimalkomfort. Das da mal ab und zu einer über Bord geht, ist ja klar irgendwie...


Die Route geht von Bali (Benoa) nach Lombok (Lembar), Sumbawa (Bima), Flores (Labuan Bajo) und dann rüber nach Sulawesi: Makassar, BauBau, Kendari, Kolonedale, Luwuk, Gorontalo und Manado. In Bali war das Boot noch ziemlich leer, erfahre ich, ca. 700 Mann, obwohl die 3. Klasse -Betten schon fast alle besetzt waren, als ich sie mir ansah. In Bima steigen unglaublich viele Leute zu, jetzt sind 2000 an Bord. Ich erfahre, dass es in Bima mehr Fisch gibt, als in Makassar und deswegen die Leute zwischen Makassar und Bima pendeln, um dort zu arbeiten. In Labuan Bajo steigen nochmal ca. 700 dazu. Jetzt ist es aber richtig voll! Die Leute schlafen, wo gerade was frei ist, natürlich auch auf Deck, in allen Gängen und sogar jenseits der Reeling. 
Mal locker an Deck spazieren gehen, kann man jetzt vergessen, denn man muss über die Leute drüber steigen und das macht keinen guten Eindruck.


Der weitere Verlauf der Reise ist außerordentlich erfreulich. Als K. an Bord kommt, habe ich schon alles ausgemacht: K. wohnt in der Kabine des Chef-Ingenieurs, der sogar 2 Zimmer hat, mit Bad, Küche, Wohnzimmerecke und Schlafzimmer. So hat K. sogar ihr eigenes Zimmer mit Schreibtisch.
Ich bleibe weiterhin in meiner Kabine und Didi, der erste Ingenieur und ich verstehen uns gut. Er ist die meiste Zeit mit Rauchen und Fernsehen beschäftigt, außerdem erfahre ich viel über seine Heimat, eine Insel vor Sumatra.


Will man nicht im Zimmer rumhängen, geht man an Deck, was seit Makassar wieder leerer und sauberer ist. Da alle Zeit haben, kommt man leicht ins Gespräch. Außerdem müssen K. und ich unentwegt für Fotos posieren.

Die Stopps in den Häfen sind außerdem die Highlights. Besonders in Luwuk ist es interessant und in Gorontalo sind die Leute irgendwie eigenartig. Sie kreischen laut rum, springen und rennen – vielleicht sind es Bugis, ein Volksstamm, der durch seine wilde und ruppige Art bekannt ist. Die Bugis waren früher Piraten und berühmt dafür, dass sie nicht lange fackelten (Daher auch der Ausdruck: Hüte Dich vorm Bugimann). Gorontalo – schade, dass wir da keinen Landgang machen konnten...

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Sonntag, 13. Juni 2010

Alltag auf Bali

Bali, mein altes Zuhause.
Wie viele von Euch vielleicht wissen, habe ich hier im Jahre 2003 ein Studiensemester an der berühmten Udayana University in Denpasar verbracht. Das war ein Leben! Morgens mit dem Taxi in die Uni, seine ganzen deutschen Freunde treffen, ein paar Stunden Entertainment von lustigen indonesischen Dozenten, aber dann schnell heim – denn der Strand rief...

Die Arbeitsmoral ließ bei einigen zu wünschen übrig. Meinereiner ging wenigstens pflichtgetreu jeden Tag zum Unterricht und versuchte, das Wissenswerte aus dem vielen Unsinn heraus zu filtern. Andere versuchten es gar nicht erst, unterschrieben die Anwesenheitsliste und fuhren wieder heim.

Nun, 7 Jahre später, sind wir wieder hier.
Es hat sich nicht viel verändert. Die Motorräder drücken sich immer noch durch die engsten Gassen, Motorrad-Taxi-Fahrer versuchen, einen zu einer Fahrt zu überreden, die Gulli-Deckel sind offen, Verkäufer schreien durcheinander. Es herrscht eine Lautstärke, die jedem friedliebenden Landei den letzten Nerv rauben könnte – es sei denn, man übt sich in Ruhe, Geduld, Nächstenliebe, was immer ein paar Tage dauert, bis man sich an das Treiben auf den Straßen gewöhnt hat.

Weil es tagsüber noch nicht laut genug ist, drängt man sich abends durch Animierdamen und Drogendealer hindurch in eine der 3 angesagten Diskotheken, nimmt dort die zahlreichen Angebote wahr (z.B. buy 1, get 2 oder free drinks for girls) und bleibt dort bis 4 Uhr morgens.

Ein Glück hat Bali auch noch mehr zu bieten. Zum Beispiel alte Freunde. Mein erster Gang führte bei meiner Ankunft natürlich zu Sam, einer meiner treuesten Freunde. Erstmal irre ich in der Stadt herum, weil ich den Weg zu S. Wohnung vergessen habe, bis mir endlich der Name eines Hotels in der Nähe einfällt, nach dem ich fragen kann.

S. kenne ich nun schon 9 Jahre. Als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich, er sei ein Mädchen, denn er hatte eine lange Lockenmähne und ist klein und zierlich.

S. lebte in einem kleinen schlichten, sauberen Zimmer. Seine Einrichtung bestand aus einer Matratze, einem Koffer für seine Kleider und einem Kassettenradio. Nun, 7 Jahre später, wohnt S. immer noch in dem selben Zimmer, aber es ist gefüllt mit einer Ehefrau, 2 kleinen Kindern, der Matratze, einem Kleiderschrank, einer Kommode, einem Fernseher und jeder Menge Babywäsche. Gegenüber seiner Wohnung hat S. sich eine Werkstatt eingerichtet, in der er Ledertaschen und -Gürtel produziert. Unter anderem auch für ein Berliner Label.

Ich bin stolz auf S.
Er hat erreicht, was er sich immer gewünscht hatte. Vom mittellosen Junggesellen zum Kleinunternehmer und stolzen Familienvater.

In den darauf folgenden Tagen gehen K. und ich bei S. in die Lehre – zum Ledertaschen und Gürtelmacher. Inspiriert von dem Erlernten will K. nun Taschendesignerin werden.

Bei mir dagegen ist es unspritziger: Design kann ich mir gut als Nebenjob vorstellen, aber hauptberuflich würde ich gern Investor werden. Inspiriert durch ein neues Buch über Investmentstrategien versuche ich nun, das Handwerk dafür zu lernen. Es scheint so, als wollten in Indonesien viele Leute Investor werden, denn die Buchläden können ein beachtliches Sortiment von Finance- und Investment-Strategie-Büchern vorweisen.
Die Bali-Tage sind alle schön und man führt ein beschauliches ruhiges zufriedenes Leben (abseits des Motorenlärms). Der Tagesablauf besteht darin, aufzustehen, gemütlich zu frühstücken, zu Sam zu gehen, danach noch zum Strand, zum Schwimmen oder Laufen und dann abends Wäsche waschen und was essen.



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Donnerstag, 20. Mai 2010

Singapur und der schönste Zoo der Welt

Am nächsten Tag muss ich unbedingt in den Zoo.
Der Zoo ist der schönste und best-geführteste Zoo der Welt. Die Tiere dort sind in ihrer natürlichen Umgebung in großen, naturbelassenen Gehegen, und es werden so gut wie keine Käfige oder Metallgitter verwendet.

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Bemerkenswert: Warum ist das Tapir schwarz und hat einen weißen Hintern?

Der Sage nach war das Tapir zum Anfang ein starkes, schönes Tier mit schwarzen, glänzendem Fell und einem Horn auf der Stirn. Aber es war wild und vorlaut.
Da taten sich ein paar Bambus-Ratten und Mäuse zusammen und als das Tapir nachts schlief, gingen sie hin und feilten des Tapir's Horn ab und dann strichen sie seinen Hintern mit weißer Farbe...

Als das Tapir aufwachte und sah, wie es nun aussah, schämte es sich so sehr. Es ging in den Wald und wurde ein scheuer, pflanzenfressender Einzelgänger.
So gemein können Bambusratten sein...

Mittwoch, 19. Mai 2010

Singapur

Von Kota Bharu über Teman Negara und Melaka fahre ich weiter nach Kuala Lumpur, wo ich wieder mit Eleonora in ein Zimmer ziehe.

Eleonora war von Teman Negara schon mal nach Kuala Lumpur vorgefahren, da sie mindestens 3 Tage für diverse Einkäufe eingeplant hatte und deshalb nicht mit nach Melaka kam. Der Grund: Nach Kuala Lumpur will E. nach Australien, um ihre Urlaubskasse aufzufrischen und in Australien ist natürlich alles viel teurer. Arbeiten in Australien ist bei vielen Travellern sehr beliebt, weil das Work-and-Travel-Visa sehr leicht und schnell zu beschaffen ist – allerdings nur für Leute unter 30....

Kuala Lumpur ist keine große Story. Es ist nicht viel los, es ist keine Kleinstadt, aber auch keine Großstadt. 
Die Sehenswürdigkeiten kann man zu Fuß erreichen, nur macht das dort keiner, da die Infrastruktur für Fußgänger überhaupt nicht ausgebaut ist. Ich laufe also einen Tag von China-Town, wo wir wohnen, über den KL-Tower mit dazugehörigem Park zu den Petronas-Towern. 
Dabei passiert nichts Erwähnenswertes....

Am 17. Mai 2010 fahre ich weiter nach Singapur. Diesmal auf dem Landweg. Der Bus ist beindruckend – mehr Platz als in so manchem Flugzeug. Genauso wie die ganze Infrastruktur Malaysias teilweise besser ist als in Europa. Es ist eine äußerst angenehme Fahrt. In Johor Bharu, der Grenzstadt zu Singapur schießen auf einmal die ersten supermodernen Hochhäuser aus dem Boden. Das Einzugsgebiet Singapurs macht sich stark bemerkbar. Wir stoppen an einem Grenzterminal, in dem ich die reibungsloseste Grenzabfertigung der Welt erlebe. Alles ist perfekt durchorganisiert.

Dann kommen wir durch Woodlands, einer neu erbauten Stadt für die wachsende Bevölkerung Singapurs. Der Bus stoppt in Little India. Nun muss ich nach Toah Payoh 2, Block 83 – dort habe ich über Internet mein Dormitory-Bett gebucht.

Bart House, Toah Payoh 2, Block 83 – war eines der nettesten Hostels, das ich je besucht habe.
Als ich dem Taxifahrer die Adresse sage, reagiert dieser misstrauisch. Toah Payoh, das ist governmental housing, da gibt es keine Hotels. Ja, aber es ist da...Nee, kann nicht sein, da wohnen nur Singapuraner! Na umso besser! Na komm, fahr schon hin!

Also fährt er hin. Und richtig...das Hostel befindet sich in einer Privatwohnung, inmitten der unzähligen Wohnblocks für Ortsansässige! Toll, ich bin begeistert. Ich fühle mich wie einer, der schon lang in Singapur wohnt, wie einer, der dazu gehört!


Governmental housing: Alle Einwohner Singapurs haben exakt die gleichen Wohnräume, damit kein Neid aufkommen kann.

Auch ich habe hier gewohnt - in einem Guesthouse, das sich aber in einer Privatwohnung befand.
Das Hostel gehört zwei Mädels chinesischer Abstammung, die den Platz der 3-Zimmer-Wohnung nicht nutzen und so ein Zimmer mit 8 Betten und ein anderes als Doppelzimmer eingerichtet haben. Bad und Küche können alle mit benutzen. Es ist wie in einer netten WG.
Das alles pieksauber ist, versteht sich von selbst – das kann man in Singapur voraussetzen, in der saubersten Stadt der Welt...

In Singapur hat jeder Bürger Anrecht auf eine Eigentumswohnung, die er vergünstigt bekommt und von seinem Lohn abstottern kann. Dabei bekommen alle den gleichen Wohnraum, sodass kein Neid entstehen kann. Auch die Aufteilung der Kulturen ist geregelt. In jeden Wohnblock wohnt eine gesunde Mischung aus Chinesen, Indern, Malaiien und anderen Nationen, um der Bildung von Subkulturen vorzubeugen.

Als ich sehe, was man in Singapur alles machen kann, könnte ich mich aufregen, dass ich meinen Flug nach Bali schon am 19.5. gebucht habe. Es gibt soo viel zu sehen! 
Das Raffles-Hotel, das luxuriöseste Hotel der Welt und die Long-Bar, in der der Singapur Sling erfunden wurde. Ein Science-Museum, Vogelparks, Reptilienparks, Kunst-Galerien, verschiedene Amüsiermeilen, und, und, und.

Es ist soo nett hier! Ich will nicht weg! Aber leider ist mein Flug nicht mehr umbuchbar.

Also das schnelle Touri-Programm....es bleibt mir ja nichts anderes übrig. Am ersten Tag fahre ich mit dem fantastischen Hop-on-Bus durch die Stadt und fahre im Singapur-Flyer mit, dem Riesenrad, das eigens dafür gebaut wurde, damit Touristen schöne Fotos der Stadt aus der Luft machen können.


Tolle Aussicht von hier oben - der Hafen Singapurs ist der größte der Welt. Schiffe warten kilometerweit auf Abfertigung.


Danach geht’s zum Clarke-Quai, der Flaniermeile mit ausschweifendem Nachtleben. Ich wandele entlang des Wassers bis zu den Esplanaden und bestaune die tolle Architektur. Ein Paradies für Foto-Freunde. 

Übrigens, die Esplanade, das Opernhaus Singapurs, hat die Form einer Durian-Frucht. Durian-Früchte sind in Singapur sehr beliebt, obwohl sie unglaublich stinken. Man stelle sich vor, in Deutschland würde man in einer Erdbeere seine Opern anschauen, das würde in unseren Breitengraden ja wohl wieder keiner witzig finden...


Esplanade - Opern schauen in einer Durian.
Entlang des Clarke-Quais - die Skyline ist überwältigend.

Die haben hier einen Sinn für Farben und Formen.

Das neu erbaute Marina Bay Sands mit einem riesigen Pool auf dem Dach...

Hier noch eine kurze Übersicht über die Fakten zu Singapur (aus Wikipedia):

Geschichte 
1819 gründete Sir Thomas Stamford Raffles, Agent der britischen Ostindischen Handelskompanie, am alten Handelssitz Singapur ("Stadt des Löwen") die erste Niederlassung. Die Insel war zuvor nur von 20 malaiischen Fischerfamilien bevölkert und eine Zufluchtstelle für Seeräuber.

1824 hatte die Kompanie die gesamte Insel vereinnahmt, die sie dem Sultan von Johor für 60.000 Dollar und eine Jahresrente von 24.000 Dollar abkaufte.

1867 wurde Singapur im Rahmen weiterer territorialer Expansionen zur britischen Kronkolonie. Bald wuchs die Bedeutung von Singapur als Umschlaghafen aufgrund seiner geographischen Lage entlang der verkehrsträchtigen Schifffahrtswege zwischen China und Europa. Die Einwohnerzahl ganz Singapurs im Jahr 1881 betrug 172.993.

Im Zweiten Weltkrieg marschierten Japans Truppen in Malaysia ein und umzingelten die Insel. Die schlecht vorbereiteten britischen Soldaten unter Arthur Percival wurden trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit von den Japanern in der Schlacht um Singapur geschlagen und kapitulierten im Februar 1942. Die Japaner benannten Singapur in Folge in Syonan-to („Licht des Südens“) um und hielten es bis zur japanischen Kapitulation im September 1945.

1945 wurde Singapur an die Briten zurückgegeben, und 1959 wurde Singapur eine selbstregierte Kronkolonie, welche nach den von der People's Action Party (PAP) gewonnenen Wahlen 1959 von Lee Kuan Yew als erstem Premierminister regiert wurde.

Im Herbst 1964 kam es zu Unruhen zwischen chinesischen und nicht-chinesischen Einwohnern. Nach heftigen ideologischen Konflikten zwischen der von der PAP gestellten Regierung und der Föderationsregierung in Kuala Lumpur sowie wegen Befürchtungen auf malaysischer Seite, dass die Unruhen über die Stadt hinaus ausgreifen könnten, wurde Singapur am 7. August 1965 aus der Föderation ausgeschlossen. Zwei Tage später, am 9. August 1965, wurde Singapurs Souveränität als erstes von Malaysia anerkannt. Seither ist dies der Nationalfeiertag. Die junge und territorial eingeschränkte Nation musste um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit kämpfen und sah sich mit Problemen wie Massenarbeitslosigkeit, Knappheit an Wohnraum, Ackerland und an Rohstoffen (z. B. Öl) konfrontiert.

Während Lee Kuan Yews Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation.

Ethik, Politik
Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass alle ethnischen Gruppen in Harmonie zusammenleben. Dies wird teilweise staatlich festgelegt, wie beispielsweise im sozialen Wohnungsbau (HDB – Housing Development Board) durch sogenannte ethnische Gruppenquoten. So darf von einem Wohnungsblock nur ein bestimmter Prozentsatz an Chinesen, Malaien und Inder verkauft werden.

Wie auch in anderen asiatischen Ländern spielt Höflichkeit in Singapur eine wichtige Rolle. Es gibt zum Beispiel die Regel, dass der Kontaktpartner nicht „sein Gesicht verlieren“ darf. Das bedeutet, dass man einen Gesprächspartner auf begangene Fehler nicht direkt anspricht, sondern diese beiseite schiebt und zu einem späteren Zeitpunkt anzusprechen versucht oder eine dritte Person einschaltet. Die Höflichkeitsregeln entsprechen dem, was in China üblich ist. Generell ist das gesellschaftliche Leben stark durch das Gedankengut des Konfuzianismus geprägt. Als charakteristisch für Singapur gilt das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Ethik, strengen Gesetzen, einem hohen Grad an Überwachung und sehr geringer Korruption. Verfechter dieser Leitlinien sehen darin die Ursachen, dass eine wohlhabende Gesellschaft entstand, die eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat.

Kritiker bemängeln die autoritären Ausprägungen dieses Systems, beispielsweise die Vorschrift, dass eine staatliche Lizenz verlangt wird, wenn mehr als drei Menschen öffentlich über Politik, Religion oder innere Angelegenheiten des Staates reden wollen. Im gesamten öffentlichen Raum und insbesondere in den öffentlichen Verkehrsmitteln findet man Verhaltensregeln über Sauberkeit, Freundlichkeit und allgemeines Verhalten.

Straftatbestände mit hohen Strafmaßen
Vandalismus und Graffiti können Geldstrafen sowie auch Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben.

Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 absolut verboten. Die private Einfuhr zum Eigenkonsum war davon allerdings nie betroffen. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Falls der Apotheker es versäumt, den Namen des Käufers aufzuzeichnen, kann gegen ihn eine Geldstrafe von 3.000 SGD verhängt werden. Über die Gründe für die Aufhebung gibt es verschiedene Meinungen. Einige Quellen besagen, die Aufhebung des Kaugummiverbots ist dem Ergebnis einer Untersuchung zu verdanken, welche herausfand, dass die Zähne der Singapurer wegen des Verbots eher schlecht sind. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass für effektive Tabakentwöhnung auch der Verkauf von Nikotinkaugummis ermöglicht werden musste.[7] Auf Druck von Wrigley wurden auch andere zuckerfreie und „der Gesundheit dienliche“ Kaugummisorten freigegeben.

Hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen (z. B. mit einer neonleuchtenden Weste und der Aufschrift „ORDER FOR corrective work“ den Strand säubern) werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen.

Essen, Trinken, Rauchen sowie der Transport gefährlicher Güter in öffentlichen Verkehrsmitteln unterliegen hohen Strafen (500 bis 5.000 SGD).

Der Transport der geruchsintensiven Durian-Früchte in öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar ebenfalls verboten, allerdings wird von einer Strafandrohung abgesehen. Aufgrund der großen Beliebtheit der Frucht wird das Verbot in Bussen weitgehend ignoriert.

Es herrscht generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Restaurants sowie in Personengruppen mit mehr als fünf Personen (zum Beispiel bei Warteschlangen). Seit dem 1. Juli 2007 ist auch das Rauchen in Bars und Diskotheken nicht mehr gestattet. Im Außenbereich von Bars und Restaurants gibt es Raucherzonen, in Diskotheken Raucherräume.

Bei Ausreise mit dem Auto nach Malaysia muss der Fahrzeugtank noch mindestens zu drei Vierteln gefüllt sein. Hintergrund für diese Vorschrift ist, dass in Malaysia der Kraftstoffpreis nur etwas mehr als halb so hoch ist wie in Singapur. Die Strafe beträgt 500 SGD.

Lügen wird bei Nachweisbarkeit mit hohen Strafen ähnlich wie Betrug geahndet (2.000 bis 10.000 SGD). Zusätzlich kann der Strafbestand auch Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben. Üblicherweise liegen die Strafen bei der sog. „Lügerei“ bei 3–8 Schlägen.

Sexuelle Praktiken, die von der Regierung als „unnatürlich“ angesehen werden sind illegal. Dazu zählt Anal- und Oralverkehr sowie jede Form von homosexuellem Sex.

Die Vorschriften für Betäubungsmittel sind sehr streng. Wer mit mehr als 15 Gramm Heroin, 28 Gramm Morphin oder 500 Gramm Cannabis erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen.


Körperstrafen
In Singapur werden bei schweren Straftaten (zum Beispiel Vergewaltigungen), häufig aber auch bei einer Reihe von im europäischen Sinne Ordnungswidrigkeiten wie Vandalismus oder Suchtmittelgebrauch, zusätzlich zu einer Gefängnisstrafe auch Körperstrafen verhängt. Betroffen sind ausschließlich Männer im Alter zwischen 16 und 50 Jahren, die altersunabhängig mit bis zu 24 Hieben in einem Durchgang auf das entblößte Gesäß gezüchtigt werden können. Bei diesem sogenannten Caning wird der Delinquent über einen Prügelbock gespannt und erhält von einem speziell ausgebildeten Justizbeamten in einem festgelegten Verfahren mit einem langen Rohrstock schwere Schläge; der Zweck ist das Erreichen von maximalem Schmerz bei kleinstem dauerhaften Schaden. Der dabei verwendete Rohrstock ist etwa 1,20 Meter lang und 13 Millimeter dick, jedoch extrem elastisch; die Ausbilder sind gehalten mit dem Stock Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h zu erreichen. Diese Strafart kommt auch bei Nichteinheimischen zum Einsatz und wurde in der Vergangenheit wiederholt international kritisiert. Seit 2006 werden in großem Umfang illegale Arbeitsimmigranten, ohne Vorliegen einer Straftat außer dem Versuch der Arbeitsaufnahme in Singapur, vor der Abschiebung mit einigen Monaten Gefängnis und drei bis sechs Rohrstockhieben bestraft.


Zensur
Die Medien unterliegen einer strengen staatlichen Zensur. Die Regeln der Berichterstattung für ausländische Korrespondenten beinhalten das Verbot, sich kritisch zur Regierungspolitik äußern. Der private Besitz von Satellitenschüsseln ist untersagt. Über Kabel besteht ein Zugang zu ausgewählten internationalen Programmen (Deutsche Welle, BBC, CNN etc.).
Bestimmtes, politisch „sensibles“ Material ist verboten.
Pornographie ist verboten; die Darstellung von Sex und Nacktheit ist eingeschränkt. Daher sind der Playboy und andere „Erwachsenenmagazine“, wie das Cosmopolitan-Magazin in Singapur verboten.

Sonntag, 16. Mai 2010

Malakka

Das Schöne am Reisen ist, dass man viele Leute aus unterschiedlichen Orten und Kulturkreisen kennen lernt. Dank unseres Meditationskurses kennen wir nun einige Malaien oder Chinesen, die in Malaysia leben. 
So auch in Malakka, der Stadt, in der 1511 die ersten Portugiesen an Land krochen. In Malakka wohnt Janice, Janice ist Malaiin mit hokkienischen Wurzeln und zeigt uns die vor Geschichte nur so triefende Stadt. 



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